Bildbearbeitung

Bildbearbeitung

Wozu der ganze Aufriss?

Warum du deine Kamera aus dem Automatik-Modus in den manuellen Modus stellen und anfangen solltest, deine Bilder selbst zu bearbeiten - das erkläre ich dir hier!

Die Top-3-Gründe, deine Bilder selbst zu bearbeiten

Es macht echt Spaß!
Es ist ein tolles Gefühl, wenn du deiner Kamera die Bearbeitung der Dateien abnimmst und die künstlerische Leitung selbst übernimmst. Natürlich erfordert das einiges an Übung, aber schon nach kurzer Zeit - wenn sich die ersten sehenswerten Erfolge einstellen - möchtest du bestimmt nicht mehr zurück.
Mehr Gestaltungsfreiraum
Je mehr du lernst, desto vielfältigere Möglichkeiten eröffnen sich und du kannst deine Bilder so bearbeiten, dass sie die von dir gewünschte Stimmung transportieren und Wirkung erzielen. Du bist nicht mehr darauf festgelegt, was die Kamera für richtig hält.
Umfangreichere Korrekturmöglichkeiten
Wir schärfen gemeinsam deinen Blick und du beherrschst bald leistungsfähige Werkzeuge und Techniken, störende Faktoren zu korrigieren und kleinere Fehler auszumerzen, die die Harmonie und den Betrachtungsfluss im Bild stören, denn es kommt immer mal vor, dass man vor Ort was übersieht.
Workflow

Wie geht das genau?

Ein Überblick über den kompletten Ablauf vom Foto vor Ort bis zum fertigen Bild für die Galerie - am Beispiel von Adobe Lightroom und Photoshop.
Import von der Speicherkarte in Lightroom
Zunächst importiere ich die Bilder von der Speicherkarte in die Bibliothek von Lightroom. Dabei korrigiert die Software bereits automatisch die objektivspezifische Verzeichnung und einige weitere Faktoren.
Nach dem Import sieht das Bild so aus: Es ist dunkel, es ist kontrastarm und allgemein sehr flau.

Aber: In diesem Bild stecken alle Rohdaten und Informationen, die wir brauchen, um daraus ein schönes Bild mit reichlich Popp zu machen.

Dazu nehme ich in Lightroom nach und nach bestimmte Einstellungen vor, einige davon werden pauschal auf's ganze Bild angewendet, andere wiederum punktuell oder bereichsweise.

Grundlegende Korrektur in Lightroom
Als Erstes passe ich die Belichtung, den Kontrast sowie die Spitzlichter und Tiefen des Bildes über die entsprechenden Regler in Lightroom an.
Beim Fotografieren muss man darauf achten, dass das die hellen Bereiche nicht zu hell werden (ausbrennen) und die dunklen Bereiche nicht zu dunkel werden (absaufen). Wenn das passiert, entsteht reines Weiß bzw. reines Schwarz ohne Detailinformation - die Bildbereiche bleiben leer und sind unrettbar verloren.

Belichtet man aber richtig, lassen sich diese Informationen in Lightroom mit verschiedenen Techniken "zurückholen", auch wenn das Bild zunächst vollkommen unterbelichtet aussieht.

Übergabe des vorbearbeiteten Bildes von Lightroom nach Photoshop
Nach der grundlegenden Bearbeitung in Lightroom öffne ich das Bild in Photoshop, um weitere, wesentlich zielgerichtetere Korrekturen vorzunehmen.
Die wenigsten Korrekturen wende ich gießkannenartig auf's ganze Bild an. Vielmehr ziehe ich die punktuelle und wohldosierte Bearbeitung vor - denn schließlich müssen z. B. dunkle Bildbereiche anders behandelt werden als helle, der Himmel anders, als der Vordergrund usw.

Letztlich geht es darum, den Kontrast im Bild zu optimieren und das Auge des Betrachters zu lenken.

Und das geht am besten, wenn man punktuell und gezielt vorgeht.

Beseitigung von Bildfehlern und störenden Faktoren
Zunächst beseitige ich in Photoshop eventuelle Fehler und Störfaktoren, die den Betrachtungsfluss stören und vom Hauptmotiv ablenken. In diesem Beispiel habe ich die Wasseroberfläche bereinigt, um die Spiegelung des Turms voll zur Geltung kommen zu lassen.
Der Blick des Betrachters geht immer zuerst zum Licht und zum Kontrast. Wir müssen uns also überlegen, wie und wo wir entsprechende Anreize platzieren, um den Blick möglichst direkt und ohne weitere Ablenkung zum Motiv hinzuführen.

Daher ist es auch wichtig, z.B. störende Elemente an den Bildrändern oder in homogenen Flächen zu beseitigen, denn diese unterbrechen den Betrachtungsfluss.

Feinabstimmung und Lichtsetzung
In einem letzten Schritt verpasse ich dem Bild mit lokalem Kontrast und gezielt gesetztem Licht den Feinschliff.
Das Bild wird wieder nach Lightroom übergeben und dort füge ich gern noch eine Signatur ein, die mein Bild unverwechselbar macht.

Ich kann hier nicht alle Schritte und Prozesse genau ausführen, denn das ist mit Worten nur schwer zu beschreiben und schließlich will ich natürlich auch nicht alle Inhalte meiner Bildbearbeitungs-Sessions vorwegnehmen.

Ich hoffe, ich hab dir ein bisschen Appetit gemacht. Wenn ja, dann wird's Zeit, dein Coaching-Paket zu buchen!

Echt jetzt?

Dafür gibt's doch Software!

Warum Handarbeit schöner ist als automatisches Bearbeiten
Toter Baum unter dem Zentrum der Frühlingsmilchstraße

Gerade in der jüngsten Zeit sind einige Software-Titel auf den Markt gekommen, die damit werben, dem Anwender die komplizierte und langwierige Bildbearbeitung abzunehmen und quasi auf Knopfdruck mit allerlei künstlicher Intelligenz ansehnliche Bilder zu produzieren.

Aus technischer Sicht sind die Ergebnisse durchaus beachtlich, aber die handwerklichen Fähigkeiten kommen dabei zu kurz und der schöpferische Prozess verkümmert. Und ich kann mich des Verdachtes nicht erwehren, dass dabei am Ende trotz aller Intelligenz nur visueller Einheitsbrei rauskommt.

Mit einer automatisierten Software beraubt man sich selbst des künstlerischen Prozesses und dir entgeht das befriedigende Gefühl, etwas Tolles und Einzigartiges geschaffen zu haben, für das du vielleicht mitten in der Nacht aufgestanden bist, um den tollen Morgenhimmel einzufangen, statt einfach einen aus der Konserve zu nehmen.

Bei Fotodigger gibt’s jedenfalls fast nur „Handarbeit“, denn ich habe den Anspruch, die technischen Hintergründe zu verstehen, um meine gestalterischen Ideen komplett selbst umsetzen zu können.

Natürlich bediene auch ich letztlich nur Software und schiebe Regler hin und her bzw. pinsele auf Masken herum – aber zumindest das ist Handarbeit. 😀

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